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14.10.2022, 18:00 Uhr    
Uniwersytet Humboldtów,Unter den Linden 6, 10099 Berlin, Saal 3038

Thema: Wissenschaft ist Antihumanismus

Dr. habil. Andrzej Dragan

Home especial for Dragan

Dragan hat in Warschau, Oxford, Amsterdam sowie Lissabon Physik studiert. Seine Abschlussarbeit wurde 2001 als beste Master Thesis von Polen ausgezeichnet. 2001 und 2002 erhielt er ein Stipendium der Europäischen Wissenschaftsstiftung. 2005 promovierte er mit einer Arbeit über Quantenmechanik. Danach erhielt er die Stelle eines wissenschaftlichen Assistenten im Bereich der „Quantenoptik und Atomphysik“ am Institut für Theoretische Physik der Universität Warschau. Im akademischen Jahr 2008 war er Research Fellow am Imperial College London. Seit 2010 ist er Nämliches an der University of Nottingham. Im gleichen Jahr erhielt er ein zweijähriges Stipendium vom polnischen Bildungsministerium für hervorragende junge Wissenschaftler.

Dragans veröffentlichte Fotografien sind ausnahmslos Porträts. Die Sitzungen mit den Modellen dauern nur kurz, er sagt dazu: „Ich mag es nicht, zu fotografieren.“ Der Nachbearbeitung einer Fotografie hingegen widmet er bis zu einem Monat. Seine Bilder werden mit flämischer Malerei verglichen. Das von ihm eingesetzte Licht erzeuge sowohl Nüchternheit als auch Düsterkeit, wodurch die Details Kraft und Klarheit gewännen. Die verwendeten Farben wirkten rein. Er vermeidet es, seine Modelle in einer Bewegung einzufangen. Seine Bilder überarbeitet er mit Photoshop, u. a. zur Montage verschiedener Aufnahmen in ein Bild. Dragan äußert zu seiner Arbeitsweise, diese sei dem Malen ähnlich, nur dass er einen digitalen Pinsel nutze. Er füge keine neuen Elemente hinzu, sondern arbeite bereits Vorhandenes heraus und betone es.[3] Dragan arbeitet auch als Werbefotograf, wie z. B. für Converse, Fairy, Pilsner Urquell, Avon und Playstation 3. Er verwendet digitale Spiegelreflexkameras und Objektive von Canon, wie die Canon 10D.

Werke

Physik
Er hat 50 Arbeiten über Quantenoptik, relativistische Quanteninformationstheorie, Relativitätstheorie, Quantenfeldtheorie in gekrümmter Raumzeit sowie zwei Bücher geschrieben:
– ein Lehrbuch zur Relativitätstheorie mit dem Titel Unusually Special Relativity, das 2021 bei World Scientific Publishing veröffentlicht wurde;
– 2019 erschien sein populärwissenschaftliches Buch, das unter anderem Quantenphysik gewidmet ist, mit dem Titel „Quantenchismus oder der Menschenkäfig“ beim Verlag Fabula Fraza.
Er popularisierte die Physik auch durch Artikel und öffentliche Vorträge, z. B. für den FUW (Fachbereich Physik der Universität Warschau) und die TEDx-Konferenz in Poznań. Außerdem gab er auch Interviews, u a. dem Internet-Sender Wissenschaft und polnischen Youtubern.

Fotografie
Er begann 2003 zu fotografieren und entwickelte seine eigene Technik der digitalen Fotobearbeitung, den so genannten Dragan-Effekt. Bei dieser Bearbeitung wird neben einfacher Farbmanipulation und Tonwertfilterung eine Kombination aus charakteristischer Beleuchtung des Modells und manueller Bearbeitung des Fotos mit einem Satz spezieller Pinsel verwendet, um die ursprüngliche Beleuchtung künstlich zu korrigieren.

Der Fotograf hat seine Fotos auf den Titelseiten von Dutzenden von Zeitschriften und Büchern in vielen Ländern der Welt veröffentlicht, darunter im philippinischen Fotomagazin Digital Photographer Philippines oder anderen ausländischen Fotomagazinen (u.a. in Venezuela, der Tschechischen Republik, Rumänien)

Dragan ist bekannt für seine schockierenden, provokanten und kontroversen Fotoshootings. Unter anderem hat er eine Serie von Porträts eines magersüchtigen Models und ein Porträt eines verletzten Mannes mit Dornenkrone angefertigt (beide Sessions aus dem Jahr 2006). Er ist auch als Autor von Fotos für Werbekampagnen von Marken wie Energizer, Playstation, XBox, Play und Converse bekannt. Außerdem gewann er den Titel Fotograf des Jahres 2007 der britischen Zeitschrift Digital Camera.

Musik und Film
In den 1990er Jahren komponierte er unter dem Spitznamen ‚Dreamer‘ Musik mit Amiga-Computern.
Andrzej Dragan schuf auch:
– preisgekrönte, von Physiktheorien inspirierte Kurzfilme,
– Kurzfilme und Werbespots u. a. für HBO und Netflix,
– Musikvideos, z. B. für Behemoth, Quebonafide und Hani Rani.

Moderation: Dr. habil. Brygida Helbig


 

Przemysław Czapliński – ordentlicher Professor; Literaturhistoriker mit dem Forschungsschwerpunkt polnische und europäische Literatur des 20. Und 21. Jahrhunderts, Essayist, Übersetzer, Literaturkritiker; Mitbegründer der Forschungsstelle für Literaturanthropologie der Universität Poznań (UAM), Direktor des Zentrums für freie Geisteswissenschaften an der UAM, korrespondierendes Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Zuletzt publiziert: Polska do wymiany [Polen zum Auswechseln] (2009), Resztki nowoczesności [Überbleibsel der Modernität] (2011), Poruszona mapa [Verrutschte Landkarte] (2016), Literatura i jej natury [Literatur und ihre Naturen] (2017; Mitverfasser: Joanna B. Bednarek, Dawid Gostyński). Herausgeber von Sammelbänden – u.a.: O jeden las za daleko. Demokracja, kapitalizm i nieposłuszeństwo ekologiczne w Polsce [Einen Wald zu weit. Demokratie, Kapitalismus und ökologischer Ungehorsam in Polen] (Mitherausgeber: J.B. Bednarek, D. Gostyński; 2019), Tożsamość po pogromie. Świadectwa i interpretacje Marca ’68 [Identität nach dem Pogrom. Zeugnisse und Interpretationen] (Mitherausgeberin: Alina Molisak, Warszawa 2019). Gastprofessor an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (2017) und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (2020). Preisträger folgender Auszeichnungen: Ludwik Fryde-Preis (1997), Preis der Kościelski-Stiftung (1998), Kazimierz-Wyka-Preis (2004), Jan-Długosz-Preis (2017), Preis des Marschalls der Woiwodschaft Wielkopolskie (2019). Forschungsschwerpunkte: Literatur und Probleme der späten Moderne. Demnächst erscheint die Buchpublikation To wróci, Przeszłość i przyszłość pandemii [Das kommt wieder. Zur Vergangenheit und Zukunft der Pandemie] (Hgg.: P. Czapliński, J.B. Bednarek). 

Titel des Vortrags: „Neue Geisteswissenschaften: Bündnisse und Konflikte“. 
Der Vortrag wird zwei entgegengesetzten Phänomenen gewidmet, welche die zeitgenössischen Geisteswissenschaften prägen: Das eine beruht auf der stufenweisen Verwischung der Grenzen zwischen den Wissenschaftsgebieten, und das andere zeigt, wie sich Widerstandshaltungen herauskristallisieren. Die Bündnisse zwischen Geisteswissenschaft, Jura, Soziologie, Informatik, Ökonomie und vielen anderen Gebieten haben den Charakter einer universellen Bündnispartnerschaft, sie verwischen die Konturen der bisherigen Berufsfelder und erschweren die Beantwortung der Frage, womit sich der Geisteswissenschaftler befasst.  Das verschwommene Antlitz des Faches gewinnt allerdings an Deutlichkeit, wenn wir das Engagement der Geisteswissenschaftler in die Erkennung und Diagnostizierung der zeitgenössischen – sozialen, ökonomischen und ökologischen oder rechtlichen – Konflikte berücksichtigen. Die grundsätzliche Frage lautet: Auf welche Weise begünstigt die konturschwache Professionalität eine verstärkte Bereitschaft zur Verantwortung? Was nimmt ein Geisteswissenschaftler – der sich ja mit beinahe jeder Problematik beschäftigen kann – zur Grundlage, wenn er bestimmt, was er verteidigen sollte?
Moderation: Dr. habil. Brygida Helbig


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Univ.-Prof. Dr. habil. Brigitta Helbig- Mischewski (Adam Mickiewicz Universität Poznań)