Aktuell

15.05.2026, 18.00 Uhr in Raum 2094 ein. Mit Simultanübersetzung ins Deutsche

Gabriela Dudek-Waligóra – Doktorin der Geisteswissenschaften im Bereich Sprachwissenschaft an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Sie ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Adjunktin) am Institut für Ostslawische Philologie der Jagiellonen-Universität tätig. Preisträgerin von Auszeichnungen des Rektors der Jagiellonen-Universität für wissenschaftliche sowie didaktisch-organisatorische Leistungen. Autorin von über 30 wissenschaftlichen Publikationen. Ihre Forschungsinteressen umfassen Rhetorik, Pragmatik, Politolinguistik sowie Text- und Diskurstheorie. Sie forscht zum zeitgenössischen russischen und polnischen politischen Diskurs.

Thema: Das Bild politischer Gegner in Beiträgen auf Instagram-Konten führender polnischer Parteien

Der Vortrag beleuchtet Fragen des zeitgenössischen politischen Diskurses in Polen, der in einem der sogenannten neuen Medien realisiert wird, nämlich im sozialen Netzwerk und in der Anwendung Instagram. Der Vortrag konzentriert sich auf die Darstellung des Bildes politischer Gegner führender polnischer Parteien, wie es sich aus Beiträgen ergibt, die auf den offiziellen Konten der Gruppierungen Koalicja Obywatelska (KO) sowie Prawo i Sprawiedliwość (PiS) veröffentlicht wurden. Diese Konten funktionieren auf einer Plattform, die hauptsächlich der Veröffentlichung visueller Materialien dient, wie Fotografien und Videoaufnahmen. Untersucht wurden Beiträge, die sowohl vielfältiges Bildmaterial (darunter Fotografien von Politikern) als auch eine schriftliche Textkomponente enthalten. Damit greift der Vortrag ein aktuelles und gesellschaftlich relevantes Thema der visuellen politischen Kommunikation in einem Medium auf, das bislang noch unzureichend wissenschaftlich erforscht ist.

Die analysierten Beiträge stammen aus dem Zeitraum von Ende Februar bis Ende März des laufenden Jahres, was durch die Intensivierung politischer Ereignisse sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene begründet ist. In diesem Zusammenhang lassen sich unter anderem der Beginn von Luftangriffen auf den Iran sowie die Debatte über ein Gesetz im Zusammenhang mit dem EU-Darlehensprogramm SAFE zur Finanzierung von Rüstungsmaßnahmen nennen.

Die Diskursanalyse wurde aus einer multimodalen Perspektive durchgeführt.

Die Analyse des faktografischen Materials zeigte, dass die Koalicja Obywatelska vor allem die Handlungen des Präsidenten Karol Nawrocki kritisierte, insbesondere im Kontext seines Vetos gegen das SAFE-Gesetz. Der Präsident wurde als „Blockade“ bezeichnet, und sein alternativer Gesetzesvorschlag wurde mit der Begründung kritisiert, er sehe „null Złoty für die Sicherheit Polens“ vor. In diesem Themenbereich zeichneten sich Beiträge aus, die mit einer schwarz-weißen Fotografie des Präsidenten vor dem Hintergrund uniformierter Soldaten versehen waren.

Die Koalicja Obywatelska führte zudem eine Kampagne unter dem Hashtag „Prawdziwa Twarz PiS“ („Das wahre Gesicht der PiS“), in deren Rahmen insbesondere Przemysław Czarnek als potenzieller Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten angegriffen wurde. Der Politiker wurde als „Ministerpräsident für vergangene Jahrhunderte“, als „großer Rückschritt in Zeiten der Indoktrination und ideologischen Enge“ sowie als „Deckmantel für Radikalismus“ bezeichnet. Auf der visuellen Ebene fiel ein Beitrag auf, der eine farbige Fotografie des Politikers zeigte, platziert auf einem leeren Karton mit einem Zettel mit der Aufschrift „Programm? Ich warte auf Anweisungen!“. Diese Illustration sollte die politische Abhängigkeit des Kandidaten vom Parteivorsitzenden der PiS – Jarosław Kaczyński – symbolisieren, der als „Operator“ bezeichnet wurde.

Prawo i Sprawiedliwość hingegen kritisierte als Hauptgegner den amtierenden Ministerpräsidenten Donald Tusk. In den analysierten Beiträgen wurde seine Regierung mit „Teuerung“ sowie dem „Bankrott“ des Staates und der Bürger gleichgesetzt. Diese Botschaft wurde durch den Slogan zusammengefasst: „Das ist keine Regierung – das ist ein Kreditunternehmen. Polen unter Pfand.“ Der Ministerpräsident wurde als „verschuldeter Glücksspieler“ bezeichnet, der „die Polen ausnimmt“. Zentrale Informationen in solchen Beiträgen wurden rot hervorgehoben und mit einer Fotografie eines lächelnden D. Tusk vor dem Hintergrund eines rot-weißen Herzens – dem Symbol der KO – versehen.

Im Kontext des erwähnten EU-Darlehensprogramms tauchte mehrfach die Bezeichnung „deutsches SAFE von Tusk“ auf. Erwähnenswert ist, dass einer der Beiträge zu diesem Thema ein schwarz-weißes Foto des Ministerpräsidenten mit unzufriedenem Gesichtsausdruck vor dem Hintergrund der deutschen Flagge zeigte.

Die Analyse zeigte, dass die von beiden Seiten der politischen Szene verwendeten sprachlichen Mittel stark wertend, häufig emotional und expressiv sowie pointiert sind. Sie sind reich an bildhaften Metaphern und Ausrufen. Nicht selten treten rhetorische Fragen sowie Elemente der Umgangssprache auf.

 

Moderation:

Gefördet durch:


10.04.2026
Dr. habil. Anna Zurek

Gefördet durch:


13.03.2026,
Dr. habil. Mateusz Wyżga

 

Gefördet durch:


13.02.2026, 18.00 Uhr in Raum 2094 ein. Mit Simultanübersetzung ins Deutsche
Unsere Gastrednerin: Dr. phil. Magdalena Telus.

Gefördet durch:

 

 


16.01.2026, HU, Unter den Linden 6, 18:00 Uhr, Saal 2094

Prof. Michał Rusinek


12. Dezember 2025, HU, Unter den Linden 6, 18:00 Uhr, Saal 2094

Prof. ANDRZEJ TOBIS

 

 

 

 

Gefördert durch:

 


 

14. November 2025, HU, Unter den Linden 6, 18:00 Uhr, Saal 2094

Prof. Dr. Dorota Piontek
Moderation: Dr. Piotr Olszówka

 
Im Anschluss an den Vortrag findet eine Vernissage statt. Mila Belino ist Künstlerin und Architektin und arbeitet derzeit vorwiegend mit Skulptur und Fotografie.
https://utp.berlin/mila-belino-2
Kurator: Krzysztof Mazankiewicz alias Bernard Mailer
 

 

17. Oktober 2025, HU, Unter den Linden 6, 18:00 Uhr, Saal 2094

Gefördert durch:

Vernissage von Anita Grobelak „Z tamtej strony…”   Anita Grobelak

Kurator: Krzysztof Mazankiewicz vel Bernard Mailer


19. September 2025, HU, Unter den Linden 6, 18:00 Uhr, Saal 2094

Prof. Dr. habil. Waldemar Czachur ist Germanist und mit der Universität Warschau verbunden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Diskursanalyse, dem kollektiven Gedächtnis und der interkulturellen Kommunikation, mit besonderem Fokus auf den deutsch-polnischen Beziehungen. Er ist unter anderem Mitautor der Publikation Wie mit den Deutschen reden? Über Schwierigkeiten im deutsch-polnischen Dialog und seine europäische Herausforderung (mit Kazimierz Wóycicki, 2009) sowie Kreisau | Krzyżowa. 1945 – 1989 – 2019 (mit Gregor Feindt, 2019) und „Nie wieder Krieg“. Der 1. September in der Erinnerungskultur Polens und Deutschlands 1945–1989 (mit Peter Oliver Loew, 2022). Seit vielen Jahren ist er der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung verbunden, wo er unter anderem von 2017 bis 2024 Vorsitzender des Stiftungsrats war. Er ist Kurator der Ausstellung Mut und Versöhnung in Krzyżowa, die die schwierige Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen sowie den Weg zur Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg thematisiert.


Thema: Der 1. September in der Erinnerungskultur Polens und Deutschlands
Der 1. September 1939 – der Beginn des Zweiten Weltkriegs – ist ein zentrales Bezugsmoment in der Erinnerungskultur Polens und Deutschlands. Obwohl die Kriegserfahrungen ähnliche Formen des Gedenkens nahelegen könnten, zeigte die Praxis deutliche Unterschiede. In Polen symbolisiert der 1. September vor allem das Leid der Opfer und den Heroismus der Nation – die Erinnerung erfüllt hier eine identitätsstiftende und integrierende Funktion. In der DDR wurde dieses Datum in die Erzählung vom „antifaschistischen Friedensstaat“ eingebettet, während es in der Bundesrepublik – nach einer anfänglichen Phase des Schweigens – zu einem Anlass kritischer Reflexion über Schuld und Verantwortung wurde, verbunden mit der Friedensbewegung und dem „Antikriegstag“.

Diese Unterschiede resultierten aus verschiedenen politischen Kontexten, propagandistischen Funktionen und Erinnerungskulturen, was über Jahrzehnte hinweg zu einem besonderen „dreifachen Monolog“ der Erinnerung auf beiden Seiten der Oder führte. Erst nach 1989, mit dem politischen Umbruch und den europäischen Integrationsprozessen, begann sich eine dialogische Erinnerung im Sinne von Aleida Assmann zu entwickeln – basierend auf gegenseitiger Anerkennung von Leid und gemeinsamer Verantwortung. Gemeinsame Gedenkfeiern, Versöhnungsgesten (wie der Besuch von Bundeskanzler Schröder in Danzig 1999 oder die Anwesenheit von Bundeskanzlerin Merkel auf der Westerplatte 2009) sowie die Zusammenarbeit von Erinnerungsinstitutionen zeigen, dass sich der 1. September von einem trennenden Datum zu einem möglichen Fundament einer gemeinsamen deutsch-polnischen Erinnerungskultur in Europa gewandelt hat.

Der Vortrag reflektiert die Ursprünge der unterschiedlichen Erinnerungstraditionen zum
1. September in Polen und Deutschland, beleuchtet deren politische und gesellschaftliche Funktionen und zeigt auf, wie dieses Datum nach 1989 zu einem Raum für Dialog und Versöhnung geworden ist.

Moderation: Urszula Ptak

Nach dem Eröffnungsvortrag laden wir Sie herzlich zu einem kleinen Imbiss ein.

Gefördert durch:

 

Nach dem Vortrag laden wir Sie herzlich zur Ausstellung Wirkungen ein.
In der Ausstellung Wechselwirkungen von Katarzyna Leszczyńska-Kaszuba werden Fotografien aus den Serien Destrukty und Biofilia präsentiert. Die Künstlerin thematisiert darin den Einfluss verschiedener Phänomene und Erscheinungen, ohne deren Ursprung oder Bewertung – ob positiv oder negativ – eindeutig zu definieren.

Kurator: Krzysztof Mazankiewicz alias Bernard Mailer



13.06.2025, Humboldtuniversität, Unter den Linden 6, 18:00, Saal 2094

Dr. habil. Dominik Bartmański

 

 

 

 

Gefördert durch:


16.05.2025 r.
Prof. Jędrzej Morawiecki

 

Gefördert durch:
 


                

Gefördert durch:
 

Nach dem Vortrag laden wir herzlich zur Vernissage der Arbeiten von Jakub Balicki ein.
Plakat 2022–2024. Jakub Balicki
Kurator: Krzysztof Mazankiewicz alias Bernard Mailer

In der UTP-Galerie an der Humboldt-Universität zu Berlin wird eine Plakatausstellung von Jakub Balicki präsentiert, die Werke aus den Jahren 2022–2024 umfasst – einer Zeit, die durch die COVID-19-Pandemie und den Krieg in der Ukraine geprägt ist. Der Künstler, der dem Plakatumfeld in Łódź verbunden ist, schafft typogeometrische Kompositionen und bedient sich einer subtilen visuellen Sprache, die zur Reflexion und Interpretation anregt. Seine Plakate sind kein direkter Kommentar zu Ereignissen, sondern vielmehr ein Versuch, Emotionen und Stimmungen der Zeit einzufangen. Balicki lädt die Betrachtenden ein, innezuhalten und die Realität aus einer anderen – kritischen, poetischen, persönlichen – Perspektive zu betrachten.


11.04.2025
Dr. habil. Marcin Kościelniak

    


Prof. dr hab. Bogusław Leszek Bakuła,

   

 

Gefördert durch:
 


Prof. Jacek Czaputowicz

Gefördert durch:
 

 


14.02.2025, Humboldtuniversität, Unter den Linden 6, 18:00, Saal 2094, 

Nach dem Vortrag laden wir zu einem Treffen mit Aleksandra Maria Chrapowicka und ihrem Schaffen „Porträts von Märchenhelden“ ein.
Kurator: Krzysztof Mazankiewicz vel Bernard Mailer.


Dr. Jaroslaw Kuisz

               
      

15.11.2024,

Dr. Andrzej Kozłowski

   


Am 11.10.2024 um 19.00 Uhr in Raum 2094.
Mit Simultanübersetzung ins Deutsche. Im Anschluss an den Vortrag findet traditionell ein informelles Gespräch mit dem Publikum statt.
Unsere Gastredner wird Dr. Marek Herbik sein.
 

Gefördert durch:
  

13.09.2024 um18.00 Uhr in Raum 2094, Humboldt Universität zu Berlin
Sławomir Sierakowski
Thema: „Politischer Realismus oder Gesellschaft der Populisten
Moderation: Dr. habil. Brygitta Helbig-Mischewski 

Gefördert durch:
 


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Die Beautragte der Bundesregierung
für Kultur und Medien aufgrund
eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Univ.-Prof. Dr. habil. Brigitta Helbig- Mischewski (Adam Mickiewicz Universität Poznań)