Monika Marszałek-Kowalewska

Monika Marszałek-Kowalewska

Geboren 1964 in Warschau.
1983 absolvierte sie das Musikgymnasium mit pädagogischer Fachrichtung.
1984 schloss sie das Kunstgymnasium mit der Fachrichtung Bühnentechnik ab.
1994 erwarb sie das Diplom als Magistra an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau, Fakultät für Innenarchitektur.

Sie beschäftigt sich mit Konzeptkunst, Bühnenbild, Textilkunst und Malerei. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet sie als Innenarchitektin.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Tomasz Kowalewski führt sie das Unternehmen Creative Unicorn und ist darüber hinaus in umfangreichem Maße pädagogisch tätig.

Sie nimmt an Ausstellungen des Verbandes Polnischer Bildender Künstler (ZPAP) teil:

  • 2023 – Ausstellung der Künstlergruppe PositiveART – Installation „Deutschstunde / Polnischstunde“ – Warschau
  • 2024 – Ausstellung der Künstlergruppe PositiveART – Installation „Vergangenheit / Zukunft“ – Warschau
  • 2024Installation „Sinne / Elemente“ – Warschau
  • 2025 – Textilausstellung – Installation „Museum“ – Warschau
  • 2025 – Textilausstellung – Installation „Sinne“ – Industriemuseum Opatówek
  • 2025Installation „Der Weg“ – Warschau
  • 2026 – Textilausstellung – Installation „Garten“ – Warschau
  • 2026 – Ausstellung der Künstlergruppe PositiveART – „Porzellan“ (Acryl auf Leinwand) – Warschau

BESCHREIBUNG DER PRÄSENTIERTEN ARBEIT

DEUTSCHSTUNDE / POLNISCHSTUNDE

In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit der Frage des grammatikalischen Geschlechts. Warum können dieselben Bedeutungen in verschiedenen Sprachen unterschiedlichen grammatischen Geschlechtern zugeordnet sein? Zum Beispiel ist der Tod im Deutschen männlich, während der Tod in allen slawischen Sprachen weiblich ist.

Sind also die Bereiche des Maskulinen, Femininen und Neutrums zugleich semantische Bereiche? Welche außersprachliche Beziehung besteht zwischen Bedeutung und grammatischem Geschlecht?

In der Arbeit „DEUTSCHSTUNDE / POLNISCHSTUNDE“ suche ich nach weiteren Bedeutungen und verborgenen Zusammenhängen, indem ich die Frage stelle: „Was sagt uns eine derart unterschiedliche Sicht auf die Welt über die anderen und über uns selbst?“

Die Installation ist zugleich das Modell einer größeren architektonischen Form und ein didaktisches Hilfsmittel. Das Modell stellt eine vorbereitende Form für weitere künstlerische und architektonische Ausarbeitungen dar.

Zwei identische Würfel, die mit Satteldächern versehen sind, symbolisieren ein deutsches und ein polnisches Haus. Zusammengestellt bilden sie ein gemeinsames Haus.

Die Grundlage der Installation bildet ein Fragment eines Holzbodens mit einem aufgedruckten Wasserlandschaftsmotiv. Es stellt symbolisch die Oder dar – den Fluss, der die beiden Länder verbindet und zugleich voneinander trennt.

Die verwendeten Bodenfragmente sind Teil eines Entwurfs, der für ein Musikstudio in Berlin realisiert wurde, das von der polnischen Pianistin, Dirigentin und Komponistin Kalina Dworzyńska betrieben wird.

Die Wände und das Dach aus Plexiglas sind mit farbigen Begriffen in polnischer und deutscher Sprache bedruckt – auf beiden Seiten der Installation jeweils analog angeordnet. Dadurch können die Begriffe leicht gefunden und übersetzt werden und bilden eine Art visuelles Wörterbuch.

Die Wörter lassen sich von den einfachsten Bezeichnungen – etwa Tür, Fenster, Dach – bis hin zu Begriffen und Ideen gruppieren, die Werte und Weltanschauungen zum Ausdruck bringen, wie Arbeit, Verantwortung, Zuverlässigkeit, Glaube, Respekt, Liebe sowie Frieden, Krieg, Einigkeit.

Jeder Begriff ist durch eine von drei Farben gekennzeichnet, abhängig von seinem grammatischen Geschlecht in der jeweiligen Sprache:

  • Maskulinum – Rot
  • Femininum – Blau
  • Neutrum – Grün

Im Inneren befinden sich zwei Figuren des „Vitruvianischen Menschen“, die nach dem oben beschriebenen Farbschema gestaltet sind und sinngemäß einen Deutschen und einen Polen darstellen.

Der Betrachter erhält dadurch eine farbige Vision der deutschen und der polnischen Welt – ihrer Begriffe, Vorstellungen und Werte. Es liegt an ihm, diese Unterschiede wahrzunehmen und zu bewerten.

Unterscheiden wir uns tatsächlich – und wenn ja, wie sehr?

Die Installation richtet sich insbesondere an Grenzregionen und deren Gemeinschaften und dient als pädagogisches Hilfsmittel zum Erlernen beider Sprachen. Sie kann auch als Objekt der kleinen Stadtarchitektur in grenznahen Städten eingesetzt werden.

In einer Papierfassung als Spielzeughaus kann sie kleinen Kindern in Schulen und Kindergärten spielerisch beim Spracherwerb helfen.

Als didaktisches Hilfsmittel bietet die Arbeit einen praktischen Vorteil: Beim Erlernen der deutschen Sprache stellt insbesondere das Erlernen der Artikel, die jedem Substantiv vorangestellt werden, eine große Schwierigkeit dar, da entsprechende Artikel im Polnischen nicht vorkommen.

Die Arbeit stellt damit eine Übertragung der bildnerischen Sprache in einen Bereich dar, der nicht unmittelbar mit der bildenden Kunst verbunden ist. Die farbliche Kennzeichnung der Substantive kann den Prozess des Einprägens und Memorierens wesentlich erleichtern und beschleunigen.